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SACHMET DIE OFFENBARUNG DER ISIS
Katharina Remy
BAND 9
1. Auflage März 2026
ISBN: 978-3-7693-7128-4
Print: 212 Seiten, 12,99 €
Als E-Book (erscheint demnächst) 5,99 €
Liebe Leser!
Mit Freude stelle ich Ihnen meinen neunten Band der Sachmet-Reihe vor.
Das Cover der Printausgabe aufgeklappt
Klappentext aus Sachmet Die Offenbarung der Isis
2012 AD:
Ägypten, Luxor
Ein unberührtes Grab, eine rätselhafte Mumie, eine Warnung von Roth. Anna stürzt in einen Sog aus Visionen, Schatten und göttlichen Stimmen – und sie begreift, daß die Vergangenheit näher ist, als sie dachte. Selbst Raphael wird in den Strudel des Chaos gezogen; etwas Unheimliches regt sich, und niemand weiß, welche Bedrohung im Verborgenen Gestalt annimmt …
1332 v. Chr.:
Uaset, Kemet
Alte Mächte erwachen, vergessene Wunden brechen auf, und das Erbe, welches Achanjati Kemet hinterließ, lastet schwer auf den Schultern von Sahu-Re. Im Dunkel ihres Tempels entfaltet sich ein Orakel und enthüllt eine düstere Wahrheit über die Zukunft. Zwischen göttlicher Weisung und menschlicher Schwäche erkennt Bent in dem jungen König das alte Feuer Amenhoteps wieder – dieselbe Wildheit, derselbe Trotz, dieselbe Gefahr. Sie hat die Jugend seines Großvaters erlebt, seine Sehnsüchte, seine Irrwege, seine Schatten. Nun muß die Hohepriesterin der Isis entscheiden, wie weit sie gehen will, um Pharao zu schützen.
Doch auch ihr eigenes Leben steht im Wandel. Der Bau ihres Grabes, eine dramatische Beisetzung und ein tragisches Ereignis am Hof können sie nicht von einer wichtigen Reise abhalten. Abermals führt sie ihr Weg in den Norden, in die verlassene Stadt Achet Aton. An ihrer Seite die beiden Männer, die sie liebt. Doch in den Ruinen der Stadt ruht ein Geheimnis, das sie zu einer bitteren Entscheidung zwingt …
Soviel sei vorab verraten: Anna hat erneut ein völlig neues Einsatzgebiet – und sie macht eine außergewöhnliche Entdeckung! Diesmal führt sie ihr Weg ins „Gräberfeld der Noblen“ von El‑Qurna. Wozu habe ich schließlich eine berühmte Archäologin, wenn nicht für genau solche Abenteuer? Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto deutlicher spürt sie: Der Fund ist nur der Anfang. Der Schatten, der auf sie wartet, ist der eigentliche Schlüssel – und die eigentliche Bedrohung ...
Die KI von Gemini hat mir zudem eindrucksvolle Bilder erzeugt, die einen erstaunlich realistischen Eindruck vermitteln, wie dreckig der spannende Job sein kann und wie ein Fund in einem altägyptischen Grab aussehen könnte und wie es heute in Qurna wirkt.
Anna macht einen spektakulären Fund, während ihr gleichzeitig Sebastian Roth auf den Fersen ist.
Mit jedem Schritt tiefer öffnet sich ein Geheimnis, das größer ist als alles, was sie erwartet hat – und Roth ist zu allem entschlossen
Das schroffe thebanische Westgebirge, das alte Dorf El‑Qurna, von dem aus die Familie Rassul über Generationen hinweg Gräber plünderte – all das ist inzwischen nur noch eine stille „Geisterstadt“. Hier und da stehen noch ein paar Souvenirshops neben verlassenen oder gänzlich abgerissenen Häusern, Relikte einer Vergangenheit, die längst im Wüstensand versinkt.
Und Roth wartet bereits in Luxor – geduldig, unbeirrbar, wie ein Echo aus einer Zeit, die nie ganz vergangen ist ...
Leseprobe aus DIE OFFENBARUNG DER ISIS
Ägypten,
Luxor
Mittwoch, 03. Oktober 2012 A.D.
Scheich Abd el-Qurna
Thebanisches Gebirge, Gräber der Noblen
„Zu Hause ist heute Feiertag!“ Anna setzte sich auf die Hacken, wischte den Schweiß von der Stirn und blickte zu dem halb verschütteten Eingang hin. Mit dem dicken Pinsel deutete sie nach oben. „Ich wünschte, wir könnten uns wie die alten Ausgräber im Wilkinson-Haus einrichten. Dort ist es bestimmt schön kühl.“
„Aber klar doch, Liebes!“ Blümchen grinste, reichte ihr feixend eine Flasche Wasser: „Für unsere Hoheit, Madam, unsere hochverehrte Königin der ägyptischen Archäologie ist uns nichts zu schade!“
„Du bist wirklich ein reizender Blödmann!“, schnaubte Anna spaßeshalber, stellte die Flasche ab, kniete sich wieder hin. „Was hat Kai sich bloß dabei gedacht? In diesem wie ein Sieb durchlöcherten Hügel haben die Rasuls seit den glorreichen Tagen der Pharaonen gegraben. Unter diesem Sand ist nichts mehr zu finden. Wahrscheinlich haben sie das Grab – wenn es denn eins ist – geplündert und anschließend, weil es zu klein zum Wohnen war, einfach wieder zugemauert.“ Zornig rammte sie die Kelle ins Geröll. „Oder es war eine Arbeiterbaracke. Ein Vorratskeller, eine antike Besenkammer. Eine Zweigstelle vom Pa Demi! Und das DAI macht brav mit und verpulvert den ohnehin mal wieder knappen Etat…“ Sie verstummte, setzte sich auf das Kniepolster, wühlte in dem Häufchen Sand und Kiesel in ihrer Hand.
„Was ist?“
„Nichts… mir wurde nur kurz schwummerig.“
„Trink mal was, Mädel! Was ist das?“ Blümchen starrte entgeistert auf Annas Hand. „Mach bloß nicht noch mal so’n Scheiß wie ’99!“
„Das Siegel der Nekropole“, hauchte Anna. Mit einem einzigen geübten Blick hatte sie erkannt, daß es kein gewöhnliches Steinchen war.
„Und wie damals ist der zugemauerte und wie Fels verputzte Eingang unter einem Felsvorsprung kaum zu erkennen. Als wäre es dieselbe Handschrift. Wo lag es?“ Vorsichtig nahm Marc ihr das zerbrechliche Artefakt ab und legte es in eine mit Küchenpapier ausgepolsterte Plastikbox.
„Hier.“ Anna schaufelte behutsam weiter Sand und Geröll beiseite, fegte mit dem Pinsel die nächste Schicht frei, bis das untere Ende des geschickt verputzten, vermauerten Eingangs sichtbar wurde. Marc siebte alles ein zweites Mal durch, doch weitere Funde blieben aus.
„Wenn es denn überhaupt ein Eingang ist. Vielleicht hat hier einer auch nur das Maurern geübt.“
„Ich glaube, es ist ein Grab! Kai auch. Einer der Arbeiter hat Kai auf die kaum sichtbare Fuge aufmerksam gemacht, deshalb wollte der Chef hier graben. Ich vermute achtzehnte Dynastie, was meinst du? Wär logisch – hier, fast genau in der Sichtachse über Ramoses Grab.“ ...
Leseprobe aus DIE OFFENBARUNG DER ISIS
Amenhotep, Teje und Eje
Die Prinzessin
... „Was soll ich mit dieser Göre anfangen!“, brüllte Amenhotep, als er mit seiner Mutter und den Geschwistern endlich allein war. [...] „Und du!“, ging der Herr der Beiden Länder gerade auf Eje los, der sich tiefer in die Kissen des Sessels kauerte, „Du hättest wenigstens mal den Mund aufmachen können. Du hättest doch sagen können, daß sie erst fünf ist. Aber nein! Hast mit deiner Schwester geprahlt. Hast was davon gefaselt, wie hübsch sie sei, wie klug und gebieterisch. Das mickrige Würmchen könne sich durchsetzen, hätte vor niemandem Angst. Sieh sie dir an. Wie ein verschrecktes Karnickel mit weitaufgerissenen Augen sitzt sie da! Und du willst ein guter Kamerad sein! Ich pfeif drauf!“ Er zog geräuschvoll Rotz hoch und spuckte Eje vor die Füße.
„Du vergißt die Etikette!“, säuselte Mutemwija.
„Ich scheiß auf die Etikette!“, blaffte Amenhotep seine Mutter an. Mutemwija wich ob dieser Frechheit sämtliches Blut aus dem Gesicht, gab ihrem Sohn keine Antwort. Teje rutschte flink wie ein Mäuschen von ihrem Sessel, stellte sich vor Pharao, stemmte die Händchen in die Hüften. Mitleidig guckte der Herr der Beiden Länder zu dem Mädchen runter, „Was willst du, du Wicht?“, schnauzend.
Sie trat ihm mit voller Wucht ans Schienbein. Niemals war Amenhotep solch eine unverschämte Frechheit begegnet, verblüfft klappte er sprachlos den Mund auf. Sie guckte keck zu ihm hoch, wackelte mißbilligend mit dem Kopf, daß ihre Lockenpracht lustig auf und ab wippte. Schimpfend machte sie ihrem Unmut Luft:
„Ich pfeif auch auf dich. Du bist ein verzogener Bengel. Wie kannst du so mit deiner Mutter reden! Wenn ich gewußt hätte, wie du bist, hätte ich dem Brautwerber gleich ans Schienbein getreten! Außerdem bin ich kein Wicht und erst recht kein Karnickel! Ab morgen bin ich Hemet Nesut Weret!“ Sprach’s, drehte sich um und verließ ohne ehrerbietigen Gruß den Raum.
Eje grinste, Mutemwija ließ keine Regung erkennen, Amenhotep rieb sich das schmerzende Schienbein.
„Wir wollen diesen unerfreulichen Abend beenden, um zu Bett zu gehen!“ meinte Mutemwija, erhob sich, klatschte in die Hände, woraufhin der soeben erst hinausgeschickte Hofstaat dienstbeflissen wieder hereinwuselte.
Leseprobe aus DIE OFFENBARUNG DER ISIS
Kemet,
Uaset
Im zweiten Jahre der Regierung seiner Allerheiligsten Majestät Neb Cheperu Re,
Ka Nacht Tut Mesut, Sa Re Tut Anch Amun
Im Mond Ipip in der Jahreszeit des Schemu
Bent
Im großen Ipet Sut
... „Wie meinen?“
Jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen, wandte Bent sich Meretre zu – der ehrenvollen Priesterin der Hathor, mit der sie zu diesem Fest geladen war.
„Wir gehen hinein.“
„Ich wollte, wir wären bereits da! Eine Gluthitze ist das!“ Bent richtete ihren Schleier, ihr Schirmchen, das neue schicke weiße Kleid und trippelte neben Meretre durch den ersten Hof – hin zu dem gewaltigen Bechenet, den der Gute Gott, der Grimmige Löwe, errichten ließ. Dort wehten an den nahezu achtzig Ellen hohen Fahnenmasten Tut-Ench-Amuns Banner im heißen Wind.
Bent beneidete die Damen des Hofes, die unter einem bunten Mattenzelt auf bequemen Sesseln Platz genommen hatten, Wein und Gebäck gereicht bekamen. Den Hem Netjer Tepi en Amun Parennefer beneidete sie nicht – er mußte Pharao Rede und Antwort stehen.
Neben ihr, unter einem der bunten Baldachine vor der grellen Sonne geschützt, standen etliche Hofschranzen aufgeregt schnatternd beisammen.
„Wie Enten in einem Tümpel!“, grollte Bent geringschätzig, setzte ein mißbilligendes, wütendes Gesicht auf, starrte mit ihren wäßrigen, blind scheinenden, bleichen Augen eine Weile hinüber. Zuerst verstummte nach und nach das muntere Geplapper. Und in dem unbehaglichen Schweigen verschwanden einige schleunigst – eine laue Entschuldigung vor sich hinmurmelnd.
Grinsend klappte Bent ihr Schirmchen zu, zog Meretre – „Da wurde Platz frei!“ jubelnd – am Arm in den köstlichen Schatten des Baldachins und von hier hatten sie einen prächtigen Blick auf die noch prächtigere Stele. ...
Und ja – viele haben darauf gewartet. Er ist wieder dabei. Was wäre eine Geschichte über Bent ohne Ranofer.
... „Es war ein großer Fehler, sie zur Frau zu nehmen. Ich hätte Baket niemals heiraten sollen. So wie ich auch am besten die Finger von Nehemetawai gelassen hätte.“ Seine Stimme wurde rauh. „Ich kann nicht lieben, Henut, ich kann nicht treu sein, ich…“ Er strich ihr sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht, suchte ihren Blick, als fürchte er, darin die Wahrheit zu finden. „Ich meine immer noch, Euch zu lieben, obwohl mein Herz, sooft ich daran denke, schwarz und dunkel wird, als sei es tot…“
Er zog sie an sich, seine Haut heiß, sein Atem warm an ihrem Hals. „Komm her, Schönheit. Laß mich und mein dummes Herz für diesen süßen, flüchtigen Augenblick glauben, ich würde Euch lieben.“ ...