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Howard Carter Am Morgen des 6. November im Jahre 1922 gab Howard Carter folgendes Telegramm an Lord Carnavon auf: "Habe endlich wunderbare Entdeckung im Tal gemacht - ein großartges Grab mit unbeschädigten Siegeln. Bis zu ihrer Ankunft alles wieder zugedeckt. Glückwunsch"
"Gesucht und gefunden" So könnte man mit kurzen, lapidaren Worten das unglaubliche Abenteuer beschreiben, das diesem Engländer Howard Carter beschert war. Ich galt kaum als Kandidat für eine ungewöhnliche Endeckung im Tal der Könige - war ich doch einfach zu undeutend und zur damaligen Zeit war nichts über mich bekannt, außer einer Inschrift auf einem Gedenkstein im Tempel zu Karnak, die 1907 gefunden wurde. Niemand außer Carter machte sich auf die Suche nach diesem unbedeutenden König der 18. Dynastie, der kurz nach Echnaton regiert haben soll. Carter, so wurde mir berichtet, wurde am 9. Mai 1873 in Kensington in der Grafschaft Norfolk geboren. Von seinem Vater erlernte er die Malerei und es schien, daß er durch die Ausübung seines Berufes als Kunstmaler seinen Lebensunterhalt verdienen sollte. Durch einen glücklichen Zufall jedoch kam Carter als Zeichner an das Britische Museum und wurde im Herbst 1890 Mitglied im Stab des Egyptian Exploration Found und wurde Assistent eines der größten Ägyptologen dieser Zeit: Sir William Flinders Petrie. Mit Fleiß und Ehrgeiz brachte der junge Mann, der weder eine Ausbildung zum Ägyptologen noch zum Archäologen hatte, sich selbst die Hieroglyphenschrift bei. 1899 wurde Carter von Gaston Maspero zum Inspektor der Denkmäler Oberägyptens und Nubiens mit Sitz in Luxor ernannt. Doch während all der langen Jahre, in denen er auch als Ausgräber, Touristenführer oder Zeichner arbeitete, ließ Carter den Gedanken an mich niemals fallen. Sein Mentor Lord Carnavon billigte ihm im Jahr 1922 noch eine Grabungssaison zu. Wenn Carter nicht fündig würde, würde der Geldhahn versiegen. Der feine Lord war nicht gewillt, die Grabungskonzession um ein weiteres Jahr zu verlängern. Intensiv nahm Carter sich nun ein letztes Ausgrabungsfeld vor: Die antiken Arbeiterhütten um das Grab Ramses VI. Innerhalb zweier Tage legten die Arbeiter eine Stufe frei... Die erste Stufe von insgesamt 16 die im Winkel von 45 Grad in die Erde führten. Am Ende stand er vor einer zugemauerten Tür deren Verputz mehrere Siegel der Totenstadt trug. Was ihn zu dem oben erwähnten Telegramm veranlaßte.
Carter wußte nicht, was ihn hinter dieser Tür erwarten würde, aber es war das Abenteuer seines Lebens. Als am 27. November 1922 im Beisein von Lord Carnavon und seiner Tocher Lady Evelyn Herbert in die Tür zu Vorkammer ein kleines Loch geschlagen wurde, schrieb Carter folgendes in sein Tagebuch: "Mit zitternden Händen machte ich eine kleine Öffnung in die obere linke Ecke. Dunkelheit und ein leerer Raum, soweit der eiserne Teststab reichte, zeigten, daß das was auch immer auf der anderen Seite war, nichts enthielt...Ich vergrößerte das Loch ein wenig, führte eine Kerze hindurch und spähte hinein...Zuerst konnte ich nichts erkennen, aber als sich meine Augen an das Licht gewöhnt hatten, tauchten bald Einzelheiten aus dem Innern der Kammer auf: seltsame Tiere, Statuen und Gold - überall schimmerndes Gold. Einen Moment lang war ich vor Verwunderung stumm, und als Lord Carnavon, der die Spannung nicht mehr aushielt, ängstlich fragte: 'Können Sie etwas sehen?' war alles, was ich herausbrachte: 'Ja, wunderbare Dinge' Zehn Jahre brauchten Carter und sein Team um den unglaublichen Schatz der Schätze zu bergen, zu katalogisieren, zu säubern und zu konservieren und um Differenzen mit der Regierung aus dem Weg zu räumen. Carters Lohn war der Anblick meiner unversehrten Mumie, in dessen Antlitz seit dem Jahr 1325 vor unserer Zeitrechnung niemand mehr geblickt hatte. |
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