Am Horizont der Sonne

 

Schmuck

 

Die Qualitäten des Goldes
Das in den ägyptischen und nubischen Minen gewonnene Gold war von unterschiedlicher Qualität. Selten ist es rein "24karätig"; meist enthält es einen beträchtlichen Anteil von Silber (20-40 Prozent) und einen geringen an Kupfer. Die alten Ägypter unterschieden vom "guten", das heißt reinen Gold zwei weitere Qualitäten und bezeichneten sie nach ihrer Färbung als "helles Gold" und "weißes Gold". Das "helle Gold" der Ägypter wird wegen seiner Bernsteinfärbung mit dem griechischen Wort für Bernstein Elektron, lateinisch Electrum, genannt. "Weißes Gold", mit überwiegendem Silbergehalt und von Silber kaum zu unterscheiden, sollte nicht mit unserem "Weißgold" verwechselt werden, das mit Platin und Nickel legiert ist. Darüber hinaus wurden die Goldqualitäten entsprechend ihrem Silbergehalt schon seit dem Alten Reich in Brüchen "Eindrittel" ((8karätig) und "Zweidrittel" (16karätig) benannt

Das beliebteste und am häufigsten in Amuletten und Schmuck übernommene Pflanzenmotiv sind Lotosblüten und -knospen. Der Lotos ist das Sinnbild ewiger Wiedergeburt. Er taucht als Knospe bei Sonnenaufgang aus dem Wasser auf, öffnet und entfaltet sich zur Blüte und sinkt am Abend in das Wasser zurück. Der Duft der Blüte erfüllt Tote mit neuem Leben, wie es viele Darstellungen in Gräbern bezeugen. Nächst dem Lotos kommt am häufigsten die Papyruspflanze vor, das Symbol des Grünens, Gedeihens und der Regeneration.


Schon in frühgeschichtlicher Zeit wurden Käfer wegen ihres prächtigen Aussehens zusammen mit farbigen Steinen auf Fäden gezogen und als Schmuck getragen. Die bekannteste Käferart in Ägypten ist der Pillendreher (Scarabäus sacer) Auch der Schnellkäfer fand in Schmuckmotiven Verwendung - als Amulett war er Gewähr für die Auferstehung

Die Kunsthandwerker des alten Ägyptens waren Meister ihres Fachs. Mit lang in Vergessenheit geratenenTechniken, die erstmals wieder in der Neuzeit (Renaissance) entdeckt wurden, schufen die Goldschmiede der damaligen Zeit wahre Schmuckstücke. Indem sie Blattgold herstellten, Gold schlugen, löteten, granulierten, Golddraht oder Fassungen für Edelsteine herstellten, schufen sie für Tut-Ench-Amun unzählige Schmuckstücke, von denen keines dem anderen gleicht.


Vier Paar Ohrringe fand Carter in einer kartuschenförmigen Truhe im Grab. Sie wurden mit buntem Glas, Karneol, Kalzit, Fayence und Harz verziert. Der Ohrring mit dem Vogelmotiv (oben) stellt eine Besonderheit dar: Der Leib, die Flügel und die Fänge weisen auf einen Raubvogel hin, wogegen der Kopf eindeutig der Kopf einer Ente darstellt.

Der Ohrring mit den zwei Uräen ist eigentlich ein Ohrstecker und dadurch nicht so schwer. Man vermutet, daß Tut-Ench-Amun diese Schmuckstücke nur als Kind getragen hat und die Stecker so bequemer und leichter für ihn waren. Der Ohrschmuck (in der Mitte) zeigt wiederum zwei Uräen, die eine Figur des jugendlichen Königs flankieren. Der untere besteht aus Rotgold, ein Effekt, der durch Beimischen durch Eisenoxid entsteht. Die Ohrringe sind alle zwischen 7 -11 cm lang

 

In Hawara, unweit der Pyramide des Amenemhet III. fand man das Grab seiner Tochter Neferuptah - eine Prinzessin der 12. Dynastie. Aus Goldblech getriebene Falkenköpfe zieren ihren Halskragen, indem Reihen von Röhrenperlen aus grünem Feldspat und Karneol mit Goldperlen voneinander getrennt, miteinander abwechseln. Den unteren Abschluß zieren tropfenförmige Perlen. Das Menit (Gegengewicht) ist nach gleichem Muster aufgebaut.

Ein Paar Perlenarmbänder - vermutlich- aus dem Nachlaß der Königin Ahotep.

 

Halsschmuck aus der Ptolemäerzeit - Unter dem Himmel Ägyptens, angesichts der uralten Hochkultur, bildete sich in Alexandria eine Variante der kosmopolitischen hellenistischen Kunst heraus, die spezifisch "alexandrinisch" ist. Griechische Künstler nahmen Anregungen aus der pharaonischen Kunst auf und gestalteten ägyptische Motive in griechischen Formen. In alexandrinischem Goldschmuck finden sich kaum noch klassischägyptische Elemente