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Kleines Saarländisches Lexikon Ein liebenswerter, leicht ironischer Streifzug durch meine Heimat
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Vorsicht im Umgang mit der Bergmannssprache! Den Begriff "Bergeversetzer" sollte man beispielsweise nicht ganz wörtlich nehmen, und die "Kohlenwäsche" findet nicht nur an speziellen Waschtagen statt. Wer einen Stoß "ausgeraubt" hat, muß nicht gleich ein Bankräuber sein. "Richtstrecke" und "Hängebank" dienen dementsprechend auch ganz anderen Zwecken. Ein "Querschlag" ist kein verbotener Boxhieb, genausowenig wie "verhauen" mit Streitsüchtigkeit zu tun hat. Der "Anschläger" ist natürlich nicht der Rausschmeißer in der Grube, und auch das Anzapfen von Bierfässern ist ihm im Normalfall fremd. In der Gründungszeit des Saarbergbaus (1815-1837)
entstanden Stollenmünder besonderer Architektur. Oben Stollenmundloch
des Veltheimstollens in Völklingen-Luisenthal (1837)
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Und sie tragen das Leder vor dem A...
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Ensdorf, Schacht Duhamel, Strebengerüst in Stahlfachwerk (1917)
Fördergerüst am Nordschacht des Berkwerks Ensdorf (1986)
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Von "Mudderklitzjer" und anderen Eigentümlichkeiten
Um Feuer anzumachen, braucht man Kohlen und Brennholz. Die Kohlen erhielt
der Bergmann fast kostenlos von der Grube. Sollte er sich da noch selber das
Holz kaufen, wo es einem in der Grube nur den Weg durch den Streb versperrt?
- Die Bergleute verneinten diese Frage. Schließlich gehörte das
Grubenholz ja dem Bergfiskus und damit dem Staat. Und da der Staat bekanntlich
"wir alle" sind . . . was lag also näher, als sich seinen Teil
zu nehmen. Und zudem konnte man noch einen Beitrag zur gerechteren Verteilung
der Staatsgüter leisten, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Kurzum:
Man verband das Nützliche mit dem Angenehmen. Der Peter beispielsweise hatte seine Familie jahrzehntelang mit "Mudderklitzjer" versorgt. Jetzt ist er in Pension. Sein Schwager aber ist Nicht-Bergmann, und der weiß es nun mal nicht besser. Denn eines Tages hält er dem Peter doch tatsächlich vor, daß der jahrzehntelang die Grube bestohlen habe. Der Peter versteht die Welt nicht mehr. Doch dann plagt ihn das Gewissen. Er setzt sich an den Küchentisch und rechnet mühsam aus, um wie viele Kubikmeter er die Grube bestohlen habe: "Ein Jahr - fünf Kubikmeter, 40 Jahre - 200 Kubikmeter." Bei diesen Zahlen rinnen Peter die Schweißperlen auf die Stirn. Er glaubt sich bereits der Hitze des Fegefeuers ausgesetzt, und die soll ja noch größer sein als die auf der 7. Sohle. Mit dem Vorsatz, fürs erste einmal zehn Kubikmeter zu beichten - "man braucht ja nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen" - mit diesem Vorsatz geht er zum Herrn Pastor in den Beichtstuhl: "Herr Paschdor, ich hann zehn Kubikmeter Holz geklaut". "Warum dieses?" fragt der Herr Pastor zurück. "Ich hanns ähwe gebraucht, um de Herd ahnsemache", antwortet der Peter fast ohne Reue. Da setzt der geistliche Herr zu einer Standpauke an: "Wie kannst du nur so etwas tun? Weißt du denn nicht, daß es eine Sünde ist? In der Bibel steht: Du sollst nicht stehlen!' Hättest du dir denn nicht das Holz von der Grube mitbringen können, wie es die anderen Bergleute auch machen?" |
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Entnommen aus: Bermannsgeschichten von der Saar, von Gerhard Bungert/Klaus Michael Mallmann, ISBN: 3-922807-01-1 Fotos: Quelle: Bergmannskalender 2000 |
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