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Die Klassische Antike Keine Erscheinung der Moderne - die Begeisterng für die altägyptische Kultur läßt sich schon in der Antike nachweisen. Die Sitten und Gebräuche der alten Ägypter begeisterten schon die römischen und griechischen Schriftsteller. Herodot, Diodor, Plutarch und Strabo kannten Ägypten aus eigener Anschauung. Hin und hergerissen zwischen Faszination und Unverständnis für diese Kultur vermischten sich so Tatsachen mit Fabeln und Analysen mit Vorurteilen. Der Glaube des antiken Ägyptens wurden teils als ursprüngliche Weisheit verstanden, doch wirkten die Kulthandlungen befremdlich. Die Verehrung von Tieren und beseelten Statuen als Göttern entsprach nicht der Vorstellungswelt der Griechen und Römer. Was die Römer allerding keineswegs daran hinderte, die altägyptischen Götter in ihr Pantheon mit einzubeziehen. Ja selbst Obelisken und Denkmäler wurden von Ägypten nach Rom gebracht. Im Mittelpunkt ihres Interesses stand die Göttin Isis, die bald drauf im gesamten Mittelmeeraum verehrt wurde. Wie Hathor ist auch Isis als Gottesmutter zu verstehen. Seit dem
Neuen Reich, vor allem aber im 1. Jahrtausend v.Chr., übernimmt
sie zunehmend die Positionen und Funktionen der Hathor, aber auch
vieler andere Muttergottheiten, so daß sie schließlich
weit über die Grenzen Ägyptens hinaus zur "Göttin
aller Göttinnen" wird. Isodoros vonNarmuthis (1. Jhd. n. Chr.) schrieb in einem Hymnus an die Göttin: Die Ägypter nennen dich Die Einzige, denn du bist die
Eine, du bist alle anderen Göttinnen, welche die Völker
mit ihrem Namen benennen. Der Versuch, das Geheimnis der Pyramiden zu entschlüsseln war ein Versuch von vielen, die ägyptischen Mysterien zu verstehen. Der Bischof Cosmas von Jerusalem ( Mitte des 8. Jhd.) berichtet, die Pyramiden wären die Kornspeicher der Josephsgeschichte. Dionysos von Tell Mahré, der Patriarch von Antiochia verwahrte sich im 9. Jhd. gegen diese Theorie. Er behauptet, die Pyramiden seien Gräber, er selbst sei 25 Meter weit in eine vorgedrungen. Ein Gesandter des Stauferkönigs Friedrich II. soll mit dem arabischen Gelehrten Al - Idrisi (1173-1251) die Pyramiden besucht haben. Al - Idrisi und andere namhafte Gelehrte seiner Zeit versuchten nachdrücklich die Denkmäler pharaonischer Zeit in das Weltbild des Islam zu integrieren. Die Pyramiden wurden zum einen als Stätten von Ermahnung und Verheißung, zum anderen als Zeichen anmaßender, weltlicher Macht angesehen. Neben allen theologischen Erwägungen wurden die islamischen und christlichen Forscher aber auch immer von der Suche nach den Geheimnissen und den Schätzen der Pharaonen angetrieben. So versuchte der Kalif Al - Mamun im Jahr 820 die Cheopspyramide aufzubrechen. Aber nicht nur Schatzsuchende, Alchimisten und Scholastiker spürten den Geheimnissen nach - sondern auch Reisende, die um rationale Erklärungen bemüht waren, wie z.B. Wilhelm von Bodendsele, der Ägypten um 1335 bereiste, der Dominikanermönch Felix Fabri aus Ulm der sich um 1480 und 1483/1484 in Ägypten aufhielt oder der Baron d`Anglure aus der Champagne, der um 1395 dort war. Die Suche nach des Rätsels Lösung Seit dem späten Mittelalter und der Renaissance kamen immer mehr Händler und Pilgerreisende in das Land am Nil und die Ägyptenbegeisterung steigerte sich durch eine Reihe wichtiger Funde. So z.B. der Fund der Hieroglyphica des Horapollon, eines Werkes aus dem 3. Jhd. n. Chr, welches allegorische Deutungen der hieroglyphischen Schriftzeichen bietet. Auch u.a. durch die Hieroglyphica des Piero Valeriano um 1556 wurde das Geheimnis der Hieroglyphen als Offenbarung für Eingeweihte gedeutet. Isis, Osiris und Horus wurden als Protagonisten einer vorchristlichen Gotteserfahrung, die zu einem mystischen Verständnis des Christentums überleiten sollte. Ägyptische Gegenstände waren nun äußerst beliebt. Gezielt wurden Reisende mit dem Auftrag nach Ägypten geschickt, Münzen, Handschriften oder gar Denkmäler zu erwerben. Dem französischen Jesuitenpater gelang es zu Beginn des 18. Jhds. bis nach Assuan und Philae zu reisen. er beschreibt allein 20 Pyramiden, 24 Tempelanlagen und über 50 Gräber. Die Berichte dieser Reisenden vervollständigten das Bild Ägyptens und trugen zur zunehmenden Entmystifizierung des Landes bei. Forscher und Schatzjäger Nicht nur der Wunsch nach Antiquitäten, auch das ernsthafte Interesse an der ägyptischen Hochkultur und Bestätigungen der Aussagen der Bibel brachten die ersten wirklichen Wissenschaftler wieder in das Land am Nil. Jean - Fancois Champollion (1790 - 1832) gelang es als ersten mit Hilfe eines dreisprachigen Dekrets den Stein von Rosette, und somit die Hieroglyphen, zu entschlüsseln. Den Wissenschaftlern gelang es nun, Geschichte und Kultur des alten Ägypten wiedererstehen zu lassen. Neben Dokumentationsarbeiten wirden auch die ersten größeren Ausgrabungen gemacht. August Mariette begann 1850 mit Ausgrabungen in Saqqara. Der erste systematische Ausgräber war Sir William Matthew Flinders Petrie (1853 - 1942) Seine Arbeiten waren wegweisend für weitere Grabungen. Er erstellte Werke über einzelne Objektgruppen und genaue Verzeichnisse der einzelnen Fundkomplexe. In seiner 42jährigen Ausgrabungstätigkeit erforschte er fast 40 unterschiedliche Stätten und publizierte über 1000 Bücher, Artikel und Kurzberichte. Für den Bereich der Sprachforschung haben Adolf Ermann (1854 - 1937) und Hermann Grapow Großartiges geleistet. Mit Hilfe zahlreicher Kollegen richteten sie eine noch heute in Berlin bestehende Sammelstelle für altägyptische Texte ein, aus der das "Wörterbuch der ägyptischen Sprache" hervorging. Nun brach auch die Zeit der großen Sprachforscher an: Kurt Sethe (1869 - 1934), Walter Ewing Crum (1865 - 1944) und Sir Alan H. Gardiner (1878 - 1963) Entnommen aus: Ägypten Die Welt der Pharaonen, Könemann Verlag
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