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Jetzt soll
ich - Chenu der Baumeister
- von den Pyramiden erzählen. Dabei weiß sie ganz genau,
daß ich gewiß niemals mit Frauen verhandele. Damals
war es nicht so; die seltsamen Sitten, daß Frauen gleich viel
zu sagen haben wie die Kerle, kamen erst später in Mode. Und
auch sonst bin ich nicht unbedingt der große Symphathieträger,
als den Katharina mich sehen wollte. Eigentlich bin ich ein richtiges
Ekel, aber auf gewisse Art auch nett. Und der Kerl da hinter mir
- soll ich es gewesen sein, der ihn in die Knie gezwungen hat? Das
kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, denn er ist genauso ein
Ekelpaket wie ich - oder etwa nicht? Vielleicht ist er mir auch
nur zu ähnlich. Also - die Pyramiden:

Heute wie damals sind sie das Sinnbild Ägyptens. Bis in den Himmel
sollten die Macht und Größe des Herrschers reichen, sichtbar für
jeden. Für die Götter wie für die Menschen. In der diesseitigen
wie in der jenseitigen Welt. Ein wahrhaft utopischer Traum wurde
mit den Pyramiden vollendet. Wir alten Ägypter sagten:
"Der, der gestorben ist wird nicht vergessen, solange man seiner
gedenkt. Erst wenn niemand mehr sich seiner erinnert, ist er wirklich
tot."
Die Erbauer der Pyramiden haben in dieser Hinsicht eines wirklich
geschafft - Sie leben ewig, unsterblich in den Gedanken der Menschheit.
Unglaublich
klein und nichtig fühlte sich Katharina am Fuße der Cheopspyramide.
Die erste Steinreihe ist höher, als sie reichen kann

Khufu, mein
Chef - der da oben - besser bekannt als Cheops, bedeutet: "Chnum
beschützt ihn", war der größte unter den Erbauern der Pyramiden.
Khufu war der Sohn des Snofru und der Hetepheres.
Mit seinen 4 Gemahlinnen hatte er sieben Kinder, wovon Djedefre
und Chefren seine Nachfolge antraten. Wie zum Hohn blieb von diesem
großartigen Herrscher nur dieses 7,5 cm große Figürchen aus Elfenbein
erhalten.

Seine Pyramide
dagegen ist ein wahres Wunderwerk. Hier ein paar Zahlen:
Seitenlänge: 230,38 m
Jetzige Höhe: 136 m
2,5 Millonen Steinblöcke zu je 2,5 t in 210 Lagen
42 m über dem Bodenniveau liegt die Sargkammer aus rotem Granit
Die 9 Deckenmonolithe der Sargkammer wiegen jeweils 30 - 40 t

Chephren,
"Erscheint wie Re", Khufus Sohn von seiner Gemahlin Henutsen,
war der Erbauer der mittleren Pyramide von Giza. Er regierte das
Land ca. 26 Jahre von 2558-2532v. Chr. Er war mit seiner Schwester
Chamerernebti verheiratetet. Sein Sohn Menkaure folgte ihm auf
den Thron. Die Chephrenpyramide liegt etwas höher, daher wirkt
sie größer als die Cheopspyramide, ist tatsächlich aber gut 10
m niedriger. Außerdem wird vermutet, daß Chephren der Erbauer
des Sphinx war, die seine Gesichtszüge tragen soll. Somit wäre
der Sphinx das älteste Momumentalporträt eines Königs.

Menkaure,
oder Mykerinos, so sein griechischer Name, ist der Erbauer der
kleinsten Pyramide. Er versuchte ein Orakel zu umgehen, daß ihm
nur 6 Regierungsjahre zubilligte. Er ließ nachts Kerzen anzünden,
hielt sich wach um, so die knappen 6 Jahre auf 12 zu steigern.
Doch die Götter lassen nicht mit sich spaßen. Menkaure starb nach
6 Jahren - an totaler Erschöpfung? Davon berichtet die Legende
leider nichts. Schieferdoppelskulptur von Menkaure und seiner
Gemahlin Chamerernebti II., Museum of fine Art, Boston


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