Am Horizont der Sonne

 

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Mein Name ist Neith. Ihr kennt mich noch nicht? In der Geschichte, die Katharina für mich geschrieben hat, bin ich eines von den unzähligen Kindern Ramses des Zweiten. Die Geschichte steht in dem Roman "Sachmet" und weiter unten findet ihr eine Leseprobe daraus.

Ich bin Nefertaris engste Zofe. Leider ist meine Herrin in den Wirren der Zeit verschwunden, als hätte der Staub der Jahrtausende sie geschluckt. Nur die Abbilder in ihrem Grab blieben erhalten und die Statuen in den Tempeln.
"Die von Mut geliebte Schönste"
- Nefertari Meri-en-Mut war die erste Gemahlin von Pharao Ramses II. Sie war bis zu ihrem Tod im 24. Regierungsjahr seine Hauptgemahlin und wurde bereits vor seiner Thronbesteigung mit ihm vermählt. Ihre Herkunft ist allgemein umstritten. Einiges aber deutet darauf hin, daß sie aus dem thebanischen Gebiet stammt. Sie soll vermutlich mit Pharao Eje verwandt gewesen sein. Man vermutet, daß sie vielleicht sogar dessen Tochter war. Reine Spekulationen, wenn ihr mich fragt.
Nefertari ist die Mutter von Ramses' Erstgeborenen, des Kronprinzen Amenhirchopschef, sowie von mindestens drei weiteren Söhnen und zwei Töchtern. Ramses' Nachfolger - Merenptah dagegen - war der Sohn seiner zweiten Gemahlin Isis-Nofret. Nefertari allerdings nahm eine besondere Stellung ein. Er liebte sie wohl bis zur Besessenheit. Ramses widmete ihr einen eigenen Tempel, an dessen Fassade Nefertari in gleicher Größe wie Pharao selbst abgebildet ist. Eine stolze Leistung - wurden Frauen (und erst recht Kinder) doch stets wesentlich kleiner abgebildet als das Familienoberhaupt.

An der Südwand des ersten Ostanbaus erscheinen der Stier, die sieben Himmelskühe und die vier Deichselsterne. Diese Szene bezieht sich auf das 148. Kapitel aus dem Totenbuch: " Formel zur Vorratsbeschaffung eines Geistes im Totenreich" Dieser Seitenanbau symbolisiert den Triumph der Königin im Jenseits, der in den Kapiteln 94 und 148 des Totenbuches illustriert wird.
Im Vestibül des Grabmals wird Nefertari von der Göttin Isis vor den Gott Chepre geführt.
Das imposante Grabmal ist als rituelle Reise entworfen, welche die Seele der Königin auf dem Weg zum Jenseits unternehmen mußte. Dort wandelt sie sich um nach einer langen Umherfahrt - nun mit Osiris gleichgesetzt - in das Reich des Sonnengottes Re aufzusteigen.

Ernesto Schiaparelli entdeckte das Grab im Tal der Königinnen im Herbst 1904. Es war vollkommen ausgeplündert und auf Grund von Wasser und Salzschäden in einem sehr schlechten Zustand. Doch dieses Grab mit seinen Wandgemälden, die eine Fläche von mehr als fünfhundert Quadratmetern bedecken, gilt als das Schönste im Biban el Harim. Das Tal der Königinnen liegt am südlichen Ende der Nekropole von Theben. Die heute bekannten 98 Gräber wurden überwiegend in der Ramesidenzeit angelegt, und dienten als letzte Ruhestätte für Königinnen und Prinzen. Die alten Ägypter nannten diesen Ort: "Ta set neferu" - Ort der Königssöhne.

1950 wurde das Grab der Nefertari geschlossen, da ein Bergrutsch die Wände zum Abblättern gebracht hatte. Ab 1986 versuchte die Egyptian Antiquities Organisation und das Getty Conservation Institute die ramesidischen Wandmalereien zu retten. 1998 begann man nach gründlichen Vorbereitungen mit den Restaurationsarbeiten. Man stärkte den Putz, die abgefallenen Fragmente wurde wieder an die Wand geklebt, man entfernte schlecht ausgeführte frühere Ausbesserungen und ersetzte fehlerhafte Stellen durch einen Putz, der, in ähnlicher Zusammensetzung, auch in pharaonischer Zeit verwendet wurde. Im Jahre 1992 schloß man die Arbeiten ab, entschied sich aber, zum dauerhaften Schutz der empfindlichen Malereien, das Grab für die Öffentlichkeit geschlossen zu halten.

Der Grabplan

1. Eingang

2. Vestibül/ Vorhalle

An den Wänden sind in vertikalen Säulen Texte und Bilder aus dem 17. Kapitel des Totenbuches abgebildet. Die magischen Formeln dienen der Wiederbelebung der Seele der Königin. Nefertari tritt vor die Götter Osiris, Anubis und Neith. Nefertaris Ankunft im Reich des Osiris, ihre Verklärung und das Totengericht werden hier thematisiert.
Die Treppe symbolisiert den Abstieg der Königin in die Unterwelt und den stufenweisen Übergang ins Reich des Totengottes.

3. Grabkammer/ Sarkophag - Raum

Hier blickt die Königin ins Angesicht von Isis, Hathor - Imentet, Hathor, Osiris und Anubis. Die Grabkammer wird von vier Pfeilern gestützt. Auf ihnen findet man Darstellungen aus dem 144. Kapitel des Totenbuches. Sie symbolisieren die Unterwelt Osiris', wo vor ihrer Wiedergeburt die "Entstehung" der Königin stattfand - und um ihre Verwandlung zu vollenden, indem sie selbst Unsterblichkeit erreicht und zu Osiris wird.

Die gesamte Dekoration des Grabes konzentriert sich auf den Jenseitsweg der Königin. Daher ist es nicht verwunderlich, daß Nefertari nicht als sitzende Opferempfängerin dargestellt wird, wie es aus oberirdischen Verehrungskultanlagen zeitgleicher Privatgräber her bekannt ist. Nefertari ist hier diejenige, die den Göttern als kultausübende Person gegenübertritt oder von ihnen geleitet wird.

 

...Nefertari sah sie durchdringlich an. "Bist du verliebt?" fragte sie schließlich, als ihr das Geträllere und Geschmunzel von Neith bewußt wurde.
"Ja, Herrin!" sagte sie verschämt und setzte Nefertari die Geierhaube der Mut aufs Haupt. Dann zupfte sie noch ein, zwei Strähnen der schwarzen, schweren Perücke zurecht.
"Den Khol haben wir vergessen." Nefertari blickte in den Spiegel und ihr nicht vollendet geschminktes Gesicht strahlte ihr entgegen.
"Verzeiht." Neith nahm der Großen Königsgemahlin wieder Krone und Perücke ab, während Nefertari abermals in dem Sessel Platz nahm und den Kopf nach hinten legte. Neith tunkte den kleinen Binsenpinsel in die schwarze Augenfarbe und begann mit ruhigen Händen die Augen der Herrin zu schminken.
"Liebt er dich auch oder will er dich nur vögeln?" Neith fiel der Pinsel aus der Hand, als sie ihre Herrin so reden hörte. "Jetzt werd' nicht rot! Es ist doch so. Meistens wollen die Männer nur das Eine und wenn sie es bekommen haben, dann machen sie sich davon."
Neith dachte an ihre Mutter. Ihr war es auch so gegangen und Nefertari wußte genau, wer Neiths Vater war. "Er liebt mich!" Neith war sich sicher.
"Dann ist es ja gut. Ich dachte nur an dein Wohl. Wird er dich heiraten?"
"Ich glaube ja!" "Gut! Wirst du weiter arbeiten wollen oder nur sein Haus verwalten?"
"Äh..." Neith kam in Verlegenheit, soweit waren ihre Pläne noch nicht gediehen. "Ich denke... ich will weiter arbeiten."
"Ich habe eine neue Aufgabe für dich." Nefertari sah sie an. "Isisnofret braucht ein Kindermädchen, eine Zuverlässige. Ich habe an dich gedacht, obwohl ich dich nicht gerne gehen lasse. Doch du bist mir zu schade, um hier nur Zofe oder die Stellvertreterin deiner Mutter zu sein. Aber ich kann und will dich in keinen höheren Rang erheben. Fürsprache ist in deinem Fall nicht förderlich, es könnten andere kommen und ebenfalls Ansprüche stellen." Neith verstand. "Als Isisnofrets Kindermädchen allerdings steht dir vieles offen. Sie ist einverstanden - wenn du zusagst - es als ihren Vorschlag auszugeben und sie wird dich in den Rang des Kindermädchens und Oberste Aufseherin der Kinder erheben. Ich habe offiziell damit nichts zu tun."
Neith überlegte einen Moment. Isisnofret wurde erst nach Nefertari Große Königliche Gemahlin. Neith war damals schon auf der Welt, also empfand Isisnofret Neith gegenüber kein Gefühl der Untreue ihres Gatten. Sollte sie annehmen und einen hohen Rang bekleiden? Oder sollte sie bei Nefertari bleiben, die sie nie spüren ließ, daß sie das Ergebnis eines Seitensprungs ihres göttlichen Gemahls war? Sie liebte Nefertari. Isisnofret war ihr fremd.
Nefertari bemerkte Neiths Unentschlossenheit. "Du brauchst mir heute nicht zusagen. Isisnofret kommt erst in einem Monat nieder. Doch bis dahin will ich eine Antwort von dir! Und jetzt will ich, daß du mich fertig schminkst, sonst komme ich zu spät."...

Unter dem Infobutton kommt ihr auf die Seite von Nefertari. Elke hat ihr viel Platz auf ihrer HP geschenkt.

 

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