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Schönheit war für die Remet en Kemet ein Muß. Schminke war nicht nur zur Zier da - die Augenfarbe sollte auch vor Krankheiten schützen. Parfüms wurden ebenso benutzt wie Salböle. Wer es sich leisten konnte, hatte ein Badezimmer im Haus, wer nicht so betucht war, wusch sich im Nil. Reinlichkeit war absolutes Gebot um Ungeziefer fernzuhalten. Deshalb trugen die Ägypter auch die aufwendig gearbeiteten Perücken. Das eigene Haar wurde abrasiert oder sehr kurz gehalten, denn so konnten sich keine Läuse oder Flöhe festsetzen. Wohl dem, der sich eine Perücke leisten konnte, Glatzköpfigen sah man die Armut an. Weißes Leinen war vorrangig bei der Bekleidung. Das nach dem teuersten Verfahren hergestellte, weiße Leinen nannte man "Secheru Nesut" Königsleinen. Die Herren trugen kurze oder lange Röcke, je nachdem wie es gerade Mode war, dazu Hemden mit weiten Ärmeln oder auch nur einen kurzen Schurz. Die Damen hatten, ganz wie heute auch, gleich die Qual der Wahl. Lang waren die Kleider immer, entweder glatt fließend oder aufwendig plissiert. Mal mit 2Trägern, mal mit nur einem, mal blieb eine Brust frei, mal nicht. Manche Kleider wurden mit einer Art Umhang getragen, wie es bei der Dame limks zu sehen ist.
Leinen blickt auf eine jahrtausendlange Kultur zurück. Schon 5000 bis 4000 v. Chr. wurde Flachs systematisch von Ägyptern, Babyloniern, Phöniziern und anderen Kulturvölkern angebaut. Die ägyptischen Mumien sind in Leinen eingehüllt, denn Baumwolle war in Ägypten lange Zeit unbekannt. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war Leinen neben Wolle der verbreitetste Textilrohstoff und wurde anschließend durch die preisgünstigere Baumwolle verdrängt. Der heutige mengenmäßige Anteil des Leinens beträgt etwa 3 % am Gesamttextilverbrauch. Es hat bis heute sein hohes Ansehen als Naturprodukt bewahrt. Die Leinenfasern werden aus dem Stengel der Flachspflanze
gewonnen. Diese wird als Frucht- oder Faserpflanze angebaut. Zur Fasergewinnung
werden langstielige, hellblau bis weiß blühende Sorten mit
einer Wuchshöhe von etwa 80 bis 120 cm verwendet, während kürzere
Sorten der Leinölgewinnung dienen.
Auf jeden Fall
ökologisch: Der Haarfestiger zu damaliger Zeit bestand aus Bienenwachs
oder Honig. Diese Perücke aus echtem Menschenhaar ist ca. 50 cm lang.
Die Dame, die sich einst damit schmückte, lebte in der Zeit der 18/19.
Dynastie. Forscher datierten die Perücke auf die Zeit zwischen 1550 -
1185 v. Chr.
Kamm und Spiegel, Schere und Löffel. Die Liste ließe sich bis ins Unendliche aufzählen. Alles, was den Alltag einfacher machte, gab es in Kemet. Bis hin zu ärztlichen Instrumenten- manche sind bis heute unverändert geblieben. Es gab Nadeln, Pinzetten und Scheren, den Webstuhl, sogar Uhren wurden verwendet. Spiele hatten Würfel aus Zähnen, die genau wie heute 6 Augen zählten. Vielleicht machen all diese Dinge uns die Ägypter so vertraut und liebenswürdig.
Feiern und sich
des Lebens freuen - das schien das Motto dieser Menschen zu sein, die
der Nachwelt eigentlich nur ihren Totenkult hinterlassen haben. Sie versuchten
ihren Verstorbenen all das mitzugeben, was das Leben schön macht. Die
Freuden des Daseins, die Lust am Leben... "Keiner kann
sein Leben auf Erden verlängern.
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