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2. Auflage Mai 2010 ISBN
9783837094046
232 Seiten, 16,00 €
Inklusive der Kurzgeschichte "Ranofer
und die Göttin des Krieges"
Klappentext:
Das Buch
Zwei Frauen, zwei Schicksale - über Jahrtausende hinweg
verbunden durch mystische göttliche Kraft
1999 AD: Luxor, Ägypten
Anna Berger, eine junge, selbstbewußte Archäologin, machen der
Fund einer eigenartigen Statue, die Begegnung mit einem unheimlichen Bettler
und rätselhafte Alpträume zu schaffen. Sie wird diese Grabungssaison im
Jahr der Sonnenfinsternis auch zehn Jahre später nicht vergessen können.
1399 v. Chr.: Uaset, Kemet
Man nannte sie nur Bent, ‚Tochter'. Das Kind einer armseligen Hure
wird Tempeldienerin der Katzengöttin Bastet und erlebt den Aufschwung
der neuen Adelsgeneration um Pharao Amenhotep und seiner großen königlichen
Gemahlin Teje. Mit dem Baumeister Amenophis Hapu führt Bent einen Kampf
auf Leben und Tod, bei dem sie alles verliert, was sie sich in ihrem Leben
aufgebaut hat. Gleichzeitig kämpfen selbst die mächtigsten Göttinnen Kemets
um das Schicksal des Mädchens und um die Zukunft des Landes.
Die Jahrtausendwende steht kurz bevor. In der Nacht zum
neuen Millennium trifft die Gegenwart auf die Vergangenheit und Anna wird
vollends in den Strudel der rätselhaften Ereignisse hineingezogen.
Leseprobe aus:
Die Gegenwart
Kapitel 6
...Ich erwachte.
Sonntag morgen... fünf Uhr, wie mir Ibrahim durch den Weckdienst mitteilte.
Die Arbeit rief. Das Bett neben mir war leer, lediglich ein Zettel lag
auf dem Kissen. Georg schrieb, er wäre bereits mit einem Taxi losgefahren,
weil er die restlichen Zeichnungen noch einmal durcharbeiten müsse. Also
frühstückte ich allein, dachte noch mal an die vergangene Nacht, als Georg
bei mir im Winter Palace geblieben war, und fuhr anschließend zur Westbank
hinüber. So früh war hier niemand unterwegs. Morgendunst hing in der Luft,
ließ die Landschaft geheimnisvoll altertümlich wirken. Ein unheimliches,
lautes Fauchen ließ mich plötzlich zusammenfahren. Ich erschrak dermaßen,
daß ich schnell auf dem einsamen Parkplatz in der Nähe der Memnonkolosse
hielt. Nicht schon wieder! "Anna, hier gibt es keine Löwen!", seufzte
ich leise, lehnte mich im Fahrersitz zurück. Als ich in den Himmel schaute,
mußte ich über mich selbst lachen. Natürlich gab es keine Löwen. Dafür
aber Fesselballons, die im Dunst über mir schwebten und den Touris so
einen sagenhaften Blick über das thebanische Gebirge verschafften! Wieder
fauchte es, mit Wucht schoß die blaue Gasflamme in den Ballon, damit er
höher steigen konnte. Ich griff nach meiner Wasserflasche, doch noch bevor
ich sie entsiegeln und aufschrauben konnte, überkam mich abermals das
Gefühl feindlicher, boshafter Blicke. Hier war aber niemand. Die Kioske
waren noch geschlossen, nur von weitem sah ich einen Frühaufsteher, der
mit seinem Eselchen unterwegs war.
Doch plötzlich entdeckte ich einen alten, verhutzelten Mann, der auf einmal
hinter dem südlichen Koloß aufgetaucht war. Jetzt kletterte er eilig die
Böschung hoch. Ich konnte den Blick nicht von ihm abwenden; wie ein Kaninchen
blickte ich hypnotisiert auf diese schmuddelige Schreckensgestalt. "Bald
ist die Zeit gekommen! Du wirst es noch bereuen!", schien er mir zuzuflüstern,
während er seine knöchernen Klauen nach mir ausstreckte. Die Wasserflasche
rutschte aus meiner naßgeschwitzten Hand und knallte auf die Hupe. Das
brachte mich in die Wirklichkeit zurück. Ich gab Gas, eine Staubwolke
hüllte diese unheimliche Mumie ein; endlich löste ich die Handbremse.
Wie ein Geschoß hopste der Geländewagen über die hohe Bordsteinkante zurück
auf die Straße. Der Mann mit dem Esel fluchte hinter mir her, während
ich wie eine Irre über die Straße zurück zum Nil fuhr. Meine wilde Fahrt
brachte einige Hühner ziemlich nahe an den Kochtopf; etwas Mais und eine
kleine Bananenstaude mußten allerdings daran glauben; vor einem Hund bremste
ich scharf. Im Dorf jagte ich weiter zum Wasser bis ich endlich am Anleger
der Fähren angelangt war.
Die Bootsleute waren schon dabei, ihre Motorboote startklar zu machen.
Webteppiche wurden ausgeschüttelt, Sitzkissen gerichtet, Diesel getankt,
es wurde gekehrt und geschrubbt. Mit quietschenden Bremsen hielt ich am
Ufer. Die Ali Baba war bereits fertig. Ihr Besitzer schickte sich an,
überzufahren. Unwirklich schienen mir die bunten Boote mit ihren Wimpeln,
dem künstlichen Blumenschmuck und den bunten Kissen und Webteppichen.
"Ali!" rief ich ihn an, dabei winkte ich, um ihn aufzuhalten. "Fahr mich
rüber, schnell!" Nicht einen Moment länger würde ich hier am Westufer
bleiben können. Erst recht nicht würde ich in meinem jetzigen Zustand
den Weg bis über die Brücke schaffen. Gehetzt schaute ich zurück, kletterte
in das Boot, während Ali den Motor anließ. Schnaufend ließ ich mich auf
die Bank fallen, krallte meine zitternden Hände in eins der bunten Kissen.
Als wir mitten im Strom waren, fragte Ali leise: "Haben Sie den Geist
gesehen, Miß Berger?" "Ich habe einen häßlichen alten Mann gesehen, Ali,
und ich hatte fürchterliche Angst vor ihm", gab ich so nüchtern wie möglich
zurück. "Jaja, der alte Mann", nickte Ali. "Ich glaube, es ist der alte
Bettler der immer vorm Winter Palace sitzt." "Dann haben Sie den Geist
gesehen!"
"Ali, bitte... das war kein Geist, ich bin nur so erschrocken." Ali nestelte
an seiner Galabija und hielt mir etwas hin: "Nehmen Sie, Miß Berger, es
schützt gegen den bösen Blick!" Ich schaute in seine Handfläche auf das
kleine, filigrane Schmuckstück: die Hand Fatimas mit dem schützenden Auge
an einer dünnen Lederschnur. "Ich habe noch mehr davon - verkaufe sie
den Touristen - nehmen Sie sie ruhig an, ich schenke sie Ihnen. Mein Großvater
erzählte immer", lachte er nun kopfschüttelnd, als glaube er nicht daran,
"der Alte wäre schon hier gewesen, als er selbst noch ein Junge gewesen
war. Niemand im Dorf oder drüben in der Stadt will etwas mit dem Alten
zu tun haben. Er ist ein Außenseiter, er ist unheimlich, jeder hat Angst
vor ihm. Oft lungert er an den Kolossen oder in den Ruinen von Malkatta.
Die Wächter verjagen ihn, aber er kommt immer wieder. Nehmen Sie Fatimas
schützende Hand an sich, dann kann nichts passieren. Ich bringe Sie ans
Westufer zurück und fahre dann mit Ihnen ins Arbeiterdorf."
Ich nickte resigniert, hängte mir die Kette um, schaute wehmütig auf den
Luxor-Tempel und das Winter Palace gegenüber, die nun aus meinem Blick
verschwanden, während Ali das Boot vorsichtig wendete und zurück zum Westufer
tuckerte...
Leseprobe aus:
Die Vergangenheit
Kapitel 6
...,,Ein Treiben herrschte heute im Haus, das Bent nicht
verstand. Men hatte Gäste geladen, die beiden anderen Mädchen brachten
noch Freundinnen mit, damit das Gelage - denn ohne Zweifel würde es auf
ein Gelage hinauslaufen - reibungslos ablief. Die ganze Stadt schien in
Aufruhr. Überall hörte man Jauchzen und Lachen, an jeder Straßenecke schienen
Menschen zu feiern. Bent putzte ein paar Möhren, knabberte an einer herum.
Sie schüttelte den Kopf über diesen Lärm, grinste, als sie die Mädchen
im Haupthaus quieken hörte. Zweifelsfrei wurde da ein verbotener Griff
getan. Satet betrat die Küche, nahm Bent die Möhren aus der Hand. "Komm,
mein Kind. Für heute sind wir hier fertig. Die Herrschaften haben alles
was sie brauchen. Jetzt machen wir die Abrechnung!"
Bent schaute sie verständnislos an, aber Satet bemerkte ihren Blick nicht.
Sie nahm eine Schriftrolle, die sie unter dem Arm stecken hatte, hervor
und entrollte sie: "Mit den anderen bin ich durch, den Gärtner habe ich
und den Tierpfleger und den Pförtner, mal sehen, ob ich niemanden vergessen
habe..." Bent war so an Satets Selbstgespräche gewöhnt, daß sie auch jetzt
nicht richtig zuhörte. Sie kaute geräuschvoll auf ihrer Möhre. Satet sprach
viel und gern und erwartete nicht immer eine Antwort. So auch jetzt nicht,
während sie mit dem Zeigefinger an einer langen Liste entlang fuhr. "Ah,
da haben wir dich ja!" rief sie jetzt begeistert. "Nur du bist noch übrig.
Du bist als Letzte gekommen, daher stehst du ganz unten. Ja, ja genau:
Für jeden Monat des vergangenen Jahres erhältst du ½ Sack Gerste und 1
½ Sack Emmer. Es steht alles drüben bei den Ställen. Wenn du möchtest,
wird der Herr es dir in Deben auszahlen, da hast du weniger zu schleppen."
Sie bekam keine Antwort, Bent hatte nicht verstanden. "He Gänschen! Träumst
du? Was ist? Wie willst du es? Das Getreide oder die Deben?" "Für mich?"
Die Frage kam gedehnt. "Natürlich für dich, du dummes Ding! Heut' ist
Neujahrstag, der Stern der Isis ist aufgegangen, das neue Jahr hat begonnen,
bald wird das Hochwasser kommen, da machen wir immer die Abrechnung. Denkst
du, du hast hier umsonst gearbeitet? Nein, nein, der ehrenwerte Herr Men
zahlt gut, du bist ja schließlich keine Sklavin."
Bent konnte es nicht fassen. Sie hatte einen Lohn bekommen! Ihr erstes
selbstverdientes Getreide. Sie konnte es sparen, den Gegenwert natürlich,
um sich irgendwann eine ordentliche Beerdigung zu leisten. Der Gedanke
war ungeheuerlich. Jetzt besaß sie nicht nur hier auf der Erde die Aussicht
auf eine gute Zukunft, nein, sie würde auch im Jenseits eines Tages nicht
verloren gehen. Einzig eine Tatsache trübte die Aussicht auf die rosige
Zukunft, die vor ihr lag. Den Weg ins Jenseits konnte sie sich jetzt sichern.
Aber woran sollten die Götter sie dort erkennen? Die Tränen traten ihr
in die Augen, als sie, für Satet völlig unverständlich, sagte: "Ich will
einen Namen!"
Ihren ganzen Mut brauchte sie, um das zu tun, was sie
jetzt vorhatte. Mit schnellen Schritten ging sie ein paar Tage nach dem
Neujahrsfest durch die Stadt. Ihr Weg führte sie am noch niedrigen Nil
vorbei nach Norden, vorbei an den Fähren, vorbei am Südlichen Harem ,
an einer langen Straße entlang, in der ein vornehmes Anwesen neben dem
anderen stand. Sie achtete nicht auf die drückende Sommerhitze, wie beflügelt
oder von den Göttern gelenkt, eilten ihre Füße vorwärts. Endlich sah sie
eine der Widderalleen dicht vor sich. Dieser gepflasterte Weg führte direkt
zum Tempelbezirk von Ipet - Sut. Wie lebensechte Böcke sahen die bemalten
Statuen aus, zwischen denen sie hindurchwanderte. Ja, sie hatte bald den
Eindruck, daß einer der göttlichen Widder jeden Moment von seinem Sockel
springen würde, um sie am Vorwärtskommen zu hindern. Sie, die kleine,
anmaßende Bent, die auf dem Weg zu großen Haus des Amun war. Je näher
sie kam um so mehr flößte ihr dieses kolossale, in der grellen Sonne gleißend
weiße Bauwerk gewaltige Ehrfurcht ein. Jeder der bisherigen Pharaonen
dieses Landes hatte es als seine göttliche Pflicht gesehen, einen weiteren,
prächtigeren Teil anbauen lassen, um sich einen Platz neben den allmächtigen
Göttern am Sternenhimmel zu sichern. Obwohl - in Bent reifte der blasphemische
Gedanke, daß einer den anderen eigentlich nur übertrumpfen wollte. Innerlich
aber duckte sie sich, darauf gefaßt, für ihre gedankliche Frechheit eine
göttliche Ohrfeige einzuhandeln. Aber nichts geschah. Durch diese vielen
Anbauten also, war die riesige Tempelanlage - eine Stadt in der Stadt
- ein Wirrwarr von Gebäuden, Pylonen, Säulenhallen, Teichen, weiteren
Sphinx- und Widderalleen und miteinander verschachtelten Innenhöfen. Hier
war die Wohnstatt von bis zu achtzigtausend Menschen mitsamt ihrem Vieh.
Tapfer näherte Bent sich einem der mächtigen, mit Reliefs verzierten und
bunt bemalten Pylone. Die Fahnen, die an langen Ebenholzstämmen an seiner
Außenwand angebracht waren, knatterten laut im ewigen Wind. Einer der
Wächter hielt sie auf. "Ich möchte einen Priester der Tempelschule sprechen",
sagte sie freundlich, obwohl ihre Stimme vor Ehrfurcht zitterte. Der Wärter
erklärte ihr geduldig den Weg und ließ sie durch. Sie mußte quer durch
die gesamte Anlage laufen, kam dabei dem eigentlichen Tempelbezirk noch
nicht einmal nahe, bis sie vor dem Bezirk der Schule stand. Von außen
hätte sie einen einfacheren Weg gehabt, denn dort, von Norden her, gab
es direkt ein Tor zur Straße hin.
Der Innenhof, in dem sie jetzt stand, war bevölkert von jungen Männern
jeder Altersklasse. Einige übten sich im Bogenschießen, die andern hämmerten
mit unglaublichem Lärm auf Steintafeln, wieder andere schlenderten im
Schatten einiger Palmen einher, in Gespräche vertieft. Kleinere Jungen
spielten Fangen oder Bockspringen. In einer ruhigeren Ecke saßen Jungen
im Schreibersitz und überprüften ihre Schriftstücke. Pfiffe wurden laut,
als sie bemerkt wurde, anzügliche Bemerkungen mußte sie hören, einer erdreistete
sich sogar und kniff ihr in den Hintern. "Der Hof der Mädchen ist nebenan!"
tobten ein paar. Bent verfluchte die Idee hierherzukommen. Doch der Retter
aus ihrer Not war nicht weit. Bek kam durch die Menge der Jungs gelaufen,
er hatte sie erkannt und nahm sie nun zur Seite: "Was machst du denn hier?"
fragte er atemlos. "Ich will einen der Priester sprechen, die für die
Schule verantwortlich sind." "Warum?"
"Ich will auch zur Schule gehen!" lautete ihre einfache Antwort. Bek schaute
sie fassungslos an. Wie sollte sie denn das schaffen? Nur die Kinder von
Beamten konnten die Schule besuchen. Doch vielleicht gab es Ausnahmen?
Er wußte es nicht genau und begleitete Bent daher zu seinem Lehrer. Der
schickte den Jungen wieder hinaus in den Hof, nicht ohne ihn vorher zu
ermahnen, daß er das Ende der Pause nicht vergessen sollte. "Ja, mein
Kind!" sagte der Priester in mitleidigem Ton, nachdem Bent ihre Wünsche
vorgetragen hatte. "Da kann ich dir nicht helfen. Auch deine Deben werden
nichts nützen, es ist nun einmal so. Selbst daß du schreiben kannst, wird
nichts nützen. Auch wenn ich es Bek hoch anrechnen muß, daß er dir Lesen
und Schreiben beigebracht hat. Doch das Recht, die Tempelschule zu besuchen,
steht nur Adeligen und Kindern von Beamten zu. Wenn ich wenigstens wüßte,
wer deine Eltern sind, dann könnte ich mich zumindest für dich einsetzen.
Aber in deinem Fall..." er machte eine Geste des Bedauerns, in dem er
die Schultern hob und die Hände ausstreckte. Das Mädchen tat ihm leid.
Ach, wären doch nur andere Schülerinnen so begierig darauf, etwas zu lernen,
wie dieses Mädchen hier. Da kam ihm ein Gedanke: "Kauf dich mit deinen
Deben doch bei einem Lehrherrn ein. Du könntest doch in einer Weberei
oder in einer Goldschmiede etwas lernen. Oder aber bei einem Tischler
oder Schuhmacher." "Aber das ist doch nicht dasselbe", sagte Bent tonlos.
Schlagartig waren all ihre Hoffnungen dahin. "Dort erfahre ich nichts
über das Leben. Ich will einen guten Beruf erlernen, damit ich einen richtigen
Namen bekomme." ...
Auszüge aus
Rezensionen:
...Mit Mystik, Fiktion und realistischen
Ereignissen ausgestattet, ist der Leser mit diesem runden Roman bestens
versorgt. Die Autorin hatte vorbildlich recherchiert zur Historie des
alten Ägypten. Spezielle Begriffe, werden mit Fußnoten erklärt. Und selbst
für Laien ist die Geschichte um Bent und Anna im Kontext der altägyptischen
Kultur, gut verständlich. Die Handlungen sind teils spannend und plausibel
aufgebaut. Die Geschichte ließt sich sehr flüssig und kurzweilig. Mit
ihrer klaren und oft plastischen Schreibweise, gelingt es der Autorin
den Leser zu fesseln. Und weil der Leser eigentlich nie weiß was als Nächstes
geschieht, erhöht sich die Spannung von Seite zu Seite, insbesondere im
letzten Drittel des Buches. Sicherlich ist der Roman "Sachmet" für die
weibliche Leserschaft interessanter. Nicht nur wegen der beiden Hauptfiguren
Bent und Anna, sondern auch weil "Sachmet" emotional viel zu bieten hat.
Ein Buch das nicht mit Lärm und Gewalt den Leser beeindruckt, sondern
mit Tiefgründigkeit und Emotionen, mit Mystik und Authentizität. Auch
ein gelungener Einblick in das Leben der verschiedenen sozialen Schichten
im alten Ägypten. Empfehlenswert! Ein Nachsinnen ist vorprogrammiert.
Wohl der beste Roman aus der Trilogie von Katharina Remy...
... Katharina Remy hat es wieder
einmal geschafft, einen sehr gelungenen Roman aus der Zeit des alten Ägypten
zu verfassen. Besonders auffällig ist die Entwicklung ihres Schreibstils:
in dem neuesten Buch gelingt es der Autorin einen verblüffend ansprechenden
Schreibstil zu nutzen, der den Leser vom ersten Satz an fesselt. Sie verfasst
intelligente, artikulatorisch geschickte Sätze, welche den Leser bezaubern.
Jede Frau kann sich auf die eine oder andere Art mit Anna identifizieren
und man sehnt sich gerade zu nach der nächsten Seite des Buches. Bis etwa
zu zwei Dritteln des Buches hätte ich ohne Zögern 5 Sterne gegeben. Im
letzten Drittel des Buches muss man hingegen sich schon sehr konzentrieren,
teilweise wieder zurückblättern, weil die Personen und die Ereignisse
sich überschlagen. Andererseits unterstreicht diese Schnelligkeit wiederrum
auch die Geschehnisse im letzten Teil des Buches. Der letzte Teil, bei
welchem Vergangenheit und Gegenwart zusammentreffen, kommt leider etwas
zu kurz. Weiterhin wäre ein kleiner "Herzschmerz" wie im ersten Buch der
Autorin schön gewesen. Trotz dieser kleinen Kritik - die Autorin möge
mir verzeihen - ist dies ein wirklich spannendes und geniales Buch, das
man nicht mehr aus der Hand legen kann. Für jeden Liebhaber historischer
Romane sehr zu empfehlen. ...Und hoffentlich folgt ein weiterer "Anna-Roman",
denn dieser Charakter trifft voll und ganz den "Zahn der Zeit"...
... Die Charaktere wurden aufmerksam
und detailgenau gezeichnet und wirken so plastisch, daß man sie regelrecht
vor sich sieht und sich ausgezeichnet in ihre Welt hineinversetzen kann.
Sorgfältig recherchierte historische Fakten bilden ein solides Fundament
für die Geschichte, die nicht nur von den Charakteren lebt, sondern auch
von gut proportionierten und sorgfältig plazierten Spannungsbögen und
vielen Stimmungsbildern, die das alte Ägypten geradezu erlebbar machen.
Konstruiert wirkt der Roman an keiner Stelle, im Gegenteil, der Leser
wird geradezu hineingezogen in die verschiedenen Strudel der Ereignisse,
die Bent immer wieder ereilen, wenn sich ihr das Schicksal einen Augenblick
lang gewogen gezeigt hat...
... Doch wie bei allen Romanen
Katharina Remys ist es nicht nur die Handlung an sich, die überzeugt,
sondern vielmehr sind es auch die Charakterzeichnung der einzelnen Personen,
die absolut glaubwürdig rüberkommen. Die Identitätssuche von Bent, deren
Name übersetzt einfach nur "Tochter" heißt, ist genauso überzeugend, wie
ihre spätere Verwandlung von einer sanftmütigen und liebenswerten Person
hin zu der wütenden und grausamen "Sachmet". Die Geschichte von Bent und
den vielen Schicksalsschlägen, die sie zu verkraften hat, hat mich sehr
berührt und stellenweise auch sehr betroffen gemacht [...] Mit "Sachmet"
ist der Autorin Katharina Remy ein buntes Potpourri aus Fiktion, Fantasy
und Charakterstudie vor einem geschichtlichen Hintergrund gelungen. Annas
Erzählung hätte ich mir zumindest etwas kürzer gewünscht, aber Bents schicksalsumwobene
Lebensgeschichte macht dieses Buch dennoch unbedingt lesenswert...

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