Am Horizont der Sonne

 

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Die Menkaure- Pyramide


Einleitung:

Menkaure (um 2530-2510 v.Chr. nach T. Schneider 2002) ist der 6. Pharao der 4. Dynastie. In unserer Zeit wurde er speziell durch seine Pyramide in Giseh bekannt. Die Menkaure- (oder Mykerinos-) Pyramide ist die dritte und kleinste Pyramide des Alten Reiches in Giseh und trug den Namen "Göttlich ist (die Pyramide des) Menkaure" (Schneider 2002) bzw. "Menkaure ist göttlich" (Z. Hawass 1997).

Wie lange Menkaure nun regiert hat ist nicht ganz eindeutig. M. Lehner (1997) gibt mindestens 26 Jahre an, der Turiner Königspapyrus spricht von lediglich 18 Regierungsjahren, Manetho erwähnte sogar 63 Herrschaftsjahre und T. Schneider (2002) gibt eine Regierungszeit von 20 Jahren an. Wie auch immer, feststeht, dass die Pyramide nicht fertig gebaut wurde, sondern von dem Sohn und Nachfolger Menkaures "Schepeskaf" weitgehend vollendet wurde. Schepeskaf (ca. 2510-2500 v.Chr.) ließ beispielsweise den Totentempel seines Vaters, den Aufweg und den Taltempel aus Lehmziegeln vervollständigen (Hawass 1997). Lehner (1997) spricht von dem unfertigen Pyramidenkomplex durchaus positiv, wenn er ihn als eine "höchst aufschlußreiche Momentaufnahme" charakterisiert. Der benutzte Terminus deutet daraufhin, dass der unfertige Grabkomplex möglicherweise auf vielerlei Fragen (bezüglich der Bauvorgänge, Planungen, etc.) Antwort geben könnte. So konnte man beispielweise an unfertigen Granitblöcken noch Transportspuren feststellen.


Der Pyramidenkomplex - Lage - Ausmaße:

Die Menkaure-Pyramide liegt am Ende der Gisehdiagonale, am Rande des Mokattamgebirges. Sie besitzt heutzutage eine Höhe von 62,2 m, erstreckte sich im Alten Reich - laut Hawass (1997) - jedoch über eine Höhe von 73 m. Lehner (1997) gibt hingegen eine ursprüngliche Höhe von ca. 65 m an, Schneider eine Höhe von 66 m. Wenn wir die "kleine" Pyramide mit der des Cheops - die eine Höhe von 146,59 m erreichte - vergleichen, scheint die Bezeichnung "klein" als durchaus gerechtfertigt.
Die Menkaure-Pyramide erstreckte sich über ein Basismaß von 102,2 x 104,6 m und erhob sich mit einer Neigung von 51° 20' 25'' auf die entsprechenden 65-66 m Höhe (nach Lehner). Demnach erreicht die Baumasse nur etwa ein Zehntel der der Cheops-Pyramide. Zu dem Pyramidenkomplex gehören weiterhin ein (in zwei Phasen gebauter) Taltempel, eine Pyramidenstadt, drei Königinnenpyramiden (südlich der Hauptpyramide), ein Totentempel und ein 608 m langer Aufweg. Der Totentempel wird durch einen großen, offenen Hof dominiert, an welchen sich eine Totenopferkapelle anschließt. Die Königinnenpyramiden sind unterschiedlich erbaut und besitzen auch eine ungleiche Form. Die östlichste der Dreien hat einen T-förmigen Unterbau und war ebenfalls wie die Pyramide des Menkaure mit Granit und Kalkstein verkleidet. Die beiden weiteren Königinnenpyramiden sind Stufenpyramiden, blieben jedoch unvollendet. Alle drei wiesen Lehmziegelkappellen auf.

Das Oberteil der Menkaure-Pyramide war ursprünglich mit Tura-Kalkstein verkleidet, der untere Teil bestand aus einer Graniteinfassung.


Das Innere der Pyramide:

Der Eingang der Pyramide befindet sich auf der Nordseite, 4 m über dem Fuß (Lehner 1997). An diesen Eingang schließt sich eine 31,7 x 1,05 x 1,2 m (hohe) absteigende Passage an (Neigung 26° 2'), die wiederum in der sogenannten Paneel-Kammer endet. Die Paneel-Kammer hat ihren Namen durch die dort verarbeiteten Paneelen, welche zu einer Scheintür bearbeitet wurden. Von dieser Kammer aus führt ein weiterer Gang (der mit drei Fallsperrblöcken beginnt) in die Vorkammer der Pyramide. Diese Vorkammer erstreckt sich auf eine Größe von 14,2m (L) x 3,84m (B) x 4,87 m (H) und ist ost-west-orientiert ausgerichtet. Von der Kammerwand geht eine weitere Passage ab, die nach wenigen Metern in den Kern der Pyramide ansteigt, danach jedoch nicht vollendet wurde. Stadelmann vermutete seinerseits, dass dieser Schacht als Luftzufuhr für die Menschen (welche an der Pyramide arbeiteten) gedacht war (vgl. Lehner 1997, 134).
Von der Vorkammer aus führt ein weiterer Gang nach unten in die Grabkammer. Rechts neben der Grabkammer befindet sich weiterhin die sogenannte Nischenkammer, die an ihrer Ost- und Nordwand insgesamt sechs Nischen beherbergt. Die Nischen weisen eine Größe von 2,57m x 0,70-0,90m x 1,4m (H) auf, von denen sich zwei an der Nordwand befinden und vier an der Ostseite. Die Verwendung für diese Kammern ist nicht eindeutig geklärt. Allerdings wird vermutet, dass sie Vorläufer der "Osträume" sind, d.h. für Normunterbauten die in der 5. und 6. Dynastie verwendet wurden, um Speiseopfer für den Ka zu lagern (wie beispielsweise in der Mastaba des Schepseskaf). Andere Vermutungen (Lehner 1997) legen nahe, dass die Nischenkammer sich von der unterirdischen Kammer des Cheops ableitet.
Die (unterirdische) Grabkammer war vollständig in den Felsen gehauen und komplett mit Granit ausgestattet. Die Mumie des Menkaure wurde dort leider nicht gefunden, aber ein Basaltsarkophag mit enthaltenem Holzsarg der für Menkaure beschriftet wurde. Der Sarkophag (gefunden von Howard Vyse 1837) samt mumienförmigen Holzsarg gingen jedoch bei dem Seetransport zum Britischen Museum vor der spanischen Küste unter, so dass keine wissenschaftlichen Untersuchungen getätigt werden konnten. Von der Mumie des Menkaure fehlt bis heute jede Spur.

Juni 2002

 

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