Am Horizont der Sonne

 

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Heilige Kerbe - Die Schrift

Die Stelen, Tempelwände und Grabwände waren über und über mit den heiligen Hieroglyphen geschmückt. Wie hier bei dem Relief einer Wand in Kom Ombo

Medu-Netjer = Gottesworte hießen die Schriftzeichen im alten Ägypten. Das geschriebene Wort war heilig, sein Sinn somit Realität. Wünschte sich ein Verstorbener zum Schmaus Bier und Wein, so brauchten die entsprechenden Worte nur niedergeschrieben zu werden; für alle Ewigkeit hatte die Seele immer einen Vorrat an Getränken.
Der Name dagegen war noch wichtiger, denn wie sollte der Verstorbene ohne Name von den Göttern gefunden werden? Wurde z. B. die Namenskartusche eines Pharaos ausgeschlagen, so war er für die Menschen wie für die Götter für alle Zeiten verschwunden.
So geschah es mit Pharao Echnaton. Seine Verfehlungen sollten getilgt werden; nichts durfte mehr an ihn erinnern. Seine Tempel wurden geschleift, die Bruchstücke als Füllmaterial für neue Bauten genutzt.
Wenn er auch so unbarmherzig von der Bühne der Welt und der Götter vertrieben wurde - den Archäologen konnte nichts besseres passieren.
Geschützt und vor dem Verfall gerettet, überstanden diese Bruchstücke im Innern
eines anderen Tempels die Jahrhunderte. In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts wurden die Bruchstücke wiederentdeckt. Ein Computer half dabei, die einzelnen Fragmente wieder zusammenzusetzen. Die ersten beiden Bruchstücke, die wie aus einem gewaltigen Puzzelspiel von ca. 16.000 Steinen zusammengesetzt wurden, trugen die Inschrift, die wie ein Gruß aus ferner Zeit klingt:
"Das Herz der Gottheit ist erfreut"

Ostracon

Sogenanntes Ostracon. Tonscherben, auf denen weniger Wichtiges notiert wurde, wurden
einfach wegeworfen. Für die Archäologen eine wahre Fundgrube

Papyruspflanze

Die Herstellung von Papyrus erfolgte durch die "Cyperus papyrus-Pflanze", welche auch heute am Nilufer noch reichlich wächst. Die geernteten Stengel wurden geschält, dann in armlange Stücke und danach in dünnen Streifen geschnitten. Zuerst wurden die dünnen Streifen in der ersten Lage längs nebeneinander, anschliessend in der zweiten Lage quer darüber gelegt. Schliesslich schlug man das Papyrusblatt in ein Tuch ein und mit Holzhammerschlägen wurde es weiterbearbeitet. Durch diese Behandlung verbanden sich die Zellen des Papyrus wieder miteinander. Dann legte man es zum Trocknen aus. Zum Schluss wurden die Blätter mit einer Muschel oder einem Stück Holz geglättet. Da die Stücke immer Armeslänge hatten, konnte man nach Bedarf mit einer Mehlpaste mehrere Blätter miteinander verkleben. Durch diese Prozedur konnten endlos lange Papyrusbahnen gefertigt werden. Bis zum heutigen Tag haben viele dieser Schriftrollen die Jahrtausende fast unbeschadet überstanden. Aber Papyrus wurde nicht nur zur Papierherstellung genutzt, sondern fand sogar als Heilmittel in der Medizin Verwendung: z.B. bei Knochenbrüchen oder bei Schlafstörungen. Ebenso wurde die Pflanze als Gemüse verzehrt.
Die Papyruspflanze war auch das Wappenzeichen für Unterägypten.

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