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Die Stelen, Tempelwände und Grabwände waren über und über mit den heiligen Hieroglyphen geschmückt. Wie hier bei dem Relief einer Wand in Kom Ombo
Medu-Netjer
= Gottesworte hießen die Schriftzeichen im alten Ägypten. Das
geschriebene Wort war heilig, sein Sinn somit Realität. Wünschte sich
ein Verstorbener zum Schmaus Bier und Wein, so brauchten die entsprechenden
Worte nur niedergeschrieben zu werden; für alle Ewigkeit hatte die Seele
immer einen Vorrat an Getränken.
Sogenanntes Ostracon.
Tonscherben, auf denen weniger Wichtiges notiert wurde, wurden
Die Herstellung
von Papyrus erfolgte durch die "Cyperus papyrus-Pflanze", welche auch
heute am Nilufer noch reichlich wächst. Die geernteten Stengel wurden
geschält, dann in armlange Stücke und danach in dünnen Streifen geschnitten.
Zuerst wurden die dünnen Streifen in der ersten Lage längs nebeneinander,
anschliessend in der zweiten Lage quer darüber gelegt. Schliesslich schlug
man das Papyrusblatt in ein Tuch ein und mit Holzhammerschlägen wurde
es weiterbearbeitet. Durch diese Behandlung verbanden sich die Zellen
des Papyrus wieder miteinander. Dann legte man es zum Trocknen aus. Zum
Schluss wurden die Blätter mit einer Muschel oder einem Stück Holz geglättet.
Da die Stücke immer Armeslänge hatten, konnte man nach Bedarf mit einer
Mehlpaste mehrere Blätter miteinander verkleben. Durch diese Prozedur
konnten endlos lange Papyrusbahnen gefertigt werden. Bis zum heutigen
Tag haben viele dieser Schriftrollen die Jahrtausende fast unbeschadet
überstanden. Aber Papyrus wurde nicht nur zur Papierherstellung genutzt,
sondern fand sogar als Heilmittel in der Medizin Verwendung: z.B. bei
Knochenbrüchen oder bei Schlafstörungen. Ebenso wurde die Pflanze als
Gemüse verzehrt.
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